Den Blick in die Kamera gerichtet, ein freundliches, offenes Lächeln auf dem Gesicht. Dazu ein Anzug oder Blazer kombiniert mit einem passenden Hintergrund. Jetzt noch die aufrechte Haltung sowie eine mittige Kopfposition – und schon haben wir das typische Bewerbungsfoto, was der Personaler täglich zu sehen bekommt.

Doch was ist mit Bildern, die nicht diesen Standards entsprechen? Gehören sie direkt in die Tonne? „Kommt darauf an“ ist eine beliebte Antwort der Ökonomen, denn sie ist sehr allgemein gefasst und dient ihnen zur Absicherung. In unserem Fall kommt es nun aber auf so manches an, von der Branche bis zu den individuellen Charakteristika des Bewerbers.

Denn auch wenn Ausnahmen eher selten der Fall sind heißt das nicht gleich, dass Sie nun gar keine Spielräume haben, um Ihre Persönlichkeit in einem Bewerbungsfoto unterzubringen. Damit Ihr Foto natürlich wirkt sollten Sie vor allem eins: Sich wohlfühlen.

Daher ist die Antwort hier gar nicht mal so fehl am Platz und dürfte zur Orientierung für diejenigen dienen, die gerne mal ein etwas anderes, aber dennoch seriös wirkendes Bewerbungsfoto beim Fotografen machen lassen wollen. Worauf Sie bei ausgefalleneren Bildern achten sollten, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Die Branche als Hauptkriterium

Vor allem die Branche dient dem typischen Bewerber als Orientierungshilfe für seinen Dresscode – und das zu Recht. Trotzdem haben viele Menschen Probleme mit der Einordnung ihres Bewerbungs-Dresscodes: Sie wollen auf der einen Seite nicht zu „overdressed“ und damit spießig rüberkommen. Auf der anderen Seite wollen Sie aber auch zeigen, dass Sie durchaus Geschmack haben und sich „den Umständen entsprechend“ kleiden können.

Grundsätzlich gilt: Wer einen dunklen, aber nicht schwarzen Anzug bzw. Blazer trägt (z.B. dunkelblau, grau, braun, anthrazit), dazu ein (nicht zu buntes!) Hemd oder eine passende Bluse, kann in der Regel nichts falsch machen und wirkt klassisch.

Wenn Sie dennoch das Gefühl haben, wie jemand auszusehen der Sie gar nicht sind oder dem der Anzug quasi aufgezwungen wird, sollten sie versuchen Ihr Outfit etwas anzupassen. Es muss ja nicht gleich Jogginghose und Hoodie sein. Denn fühlen Sie sich wohl in ihrer Haut, sieht man das auch auf Ihrem Bewerbungsfoto.

Das Geschäftsleben – die wohl strengste Branche für Dresscodes

Vor allen Dingen im Business-Bereich herrscht oftmals ein strikter Dresscode – bestehend aus Anzug, Hemd und Krawatte. Natürlich in angemessener Kombination (heißt nicht zu kunterbunt und persönlich sowie untereinander passend) und ohne zu vielen Accessoires („Prollige Uhren“ und zu viel Schmuck fallen dabei oft negativ auf, lieber etwas klassischer und schlichter).

Als „besonders konservativ“ gelten hierbei die Mitarbeiter im Bereich der Banken, der Finanz- und Kundendienstleistungen, vor allem aufgrund des stetigen Kundenkontaktes, der bei fast jeder Position Teil dieses Arbeitsgebietes ist. Aber auch in den meisten anderen Geschäftsbereichen bleibt es doch eher konservativ und klassisch.

Azubis und Praktikanten können hingegen durchaus einen Schlips zum Anzug oder Hemd weglassen, solange sie nicht mit Kunden verhandeln und nichts anderes in der Stellenausschreibung erwähnt wird.

Technische Berufe

Der technische Bereich umfasst zahlreiche Berufsgruppen. Vom Mechatroniker bis zum klassischen Ingenieur ist grundsätzlich alles dabei und dementsprechend unterschiedlich können auch die Dresscodes sein.

Wer allerdings eine Führungsposition in diesem Gebiet anstrebt, ist grundsätzlich auch mitverantwortlich für das geschäftliche im Unternehmen und daher gilt hier der gleiche Dresscode wie für die Geschäftsleute: Anzug, Hemd und teilweise auch passende Krawatte sind in der Regel Pflicht. Für niedrige Führungspositionen reicht oft auch ein Sakko kombiniert mit einem passenden Hemd und natürlich in den typischen Businessfarben.

Gehören Sie allerdings zu den etwas anderen Technikexperten wie Mechaniker, Elektriker oder Mechatroniker, dann ist auch ein Hemd kombiniert mit einer passenden Anzughose oder einer eleganten Jeans (also keine Löcher oder Farbflecke, wie es in der Jugendmode oft üblich ist!) vollkommen ausreichend.

Einfache Handwerke und Arbeiten

Einen Müllmann, Schreiner oder Dachdecker im Anzug kriegen Sie wohl nicht alle Tage zu sehen. Das „Warum“ dürfte wohl jedem klar sein. Die Frage, ob ein Anzug beim Bewerbungsfoto dennoch Pflicht ist, könnte so manchen jedoch beunruhigen.In diesem Fall ist der Anzug als Dresscode für ein Bewerbungsfoto aber alles andere als sinnvoll.

Der Chef sucht eine Hilfskraft „mit Handgeschick“, die nicht davor zurückschreckt, sich die Hände schmutzig zu machen und keinen Denker, der Strategien für das Unternehmen entwirft oder um den Globus zu Meetings jettet. Natürlich sollten Sie trotzdem darauf achten, gepflegt zu wirken und sich nicht in Arbeitskleidung zu präsentieren.

Fazit

Es besteht also durchaus ein Zusammenhang zwischen den Positionen im Unternehmen und den dazugehörigen Dresscodes. Sollten Sie völlig ratlos sein, können Sie sich an dieser „Hierarchie“ gut orientieren.

Bei der persönlichen Ausstrahlung und der Frage, ob der ausgewählte Dresscode überhaupt zur eigenen Person passt, ist es ratsam sich im Vorfeld über die berufliche Laufbahn zu informieren. So kann die Wahl der dazugehörigen Kleidung besser nachvollziehen zu können.

Oft ist eine sehr „formelle“ Bekleidung in Form von Anzug, Hemd und Krawatte aber wirklich nur auf dem Bewerbungsfoto und dem darauffolgenden Vorstellungsgespräch Pflicht. Die Wahl des Dresscodes am Arbeitsplatz danach ist dann etwas entspannter. So oder so sollten Sie immer auf gepflegte Kleidung achten und keine T-Shirts oder Tops auf Ihrem Foto tragen.